Hormonpräparate bieten zwar eine effektive Behandlungsmöglichkeit gegen Komplikationen, die durch die veränderte Hormonproduktion nach den Wechseljahren auftreten können, erhöhen jedoch auch das individuelle Thromboserisiko.
Dieses Risiko hält sich in Grenzen, es sei denn, es kommen andere Risikofaktoren wie eine genetische Veranlagung zur Thrombose hinzu. Ein Gendefekt in den Thrombose-Genen erhöht auch ohne der Verwendung von Hormonpräparaten das Thromboserisiko erheblich, welches in Kombination mit der Hormonersatz-Therapie jedoch
auf etwa das 15-Fache und in manchen Fällen sogar auf
mehr als das 80-Fache ansteigt.
Für Frauen mit genetischer Veranlagung zur Thrombose ist von der Verwendung von Hormonpräparaten also dringend abzuraten, um möglicherweise lebensbedrohliche Komplikationen zu vermeiden.
Genetische Vorsorgetests zum Erkennen eines vorhandenen Thromboserisikos werden jedoch leider nur selten durchgeführt und deshalb wissen die meisten Frauen nicht, dass Hormonpräparate für sie eine erhebliche Gefahr darstellen. Aus diesem Grund wird eine genetische Vorbelastung meistens erst nach dem Auftreten eines Thrombosefalles erkannt, der jedoch in manchen Fällen bereits tödlich enden kann.
Bisher wurden 2 Gene identifiziert, die die Blutgerinnselbildung in den Adern verhindern. Ist eines dieser Gene defekt, kann es seine Aufgabe nicht erfüllen und das Risiko zur Bildung eines Blutgerinnsels steigt - besonders in Kombination mit Hormonpräparaten -erheblich. Jeder Mensch besitzt zwei Gene jedes Typs und etwa jeder Zwanzigste trägt einen Defekt in zumindest einem Gen und ist somit ein Träger dieses Gendefekts. Obwohl Träger auch ohne Hormonersatz-Therapie ein erheblich erhöhtes Thromboserisiko haben, steigt das Risiko bei Verwendung dieser Therapie
etwa auf das 15-Fache. Ungefähr eine von 200 Personen trägt einen Fehler in beiden Genen eines Gentyps und ist somit besonders bei Verwendung von Hormonpräparaten einem
mehr als 80-fachen Thromboserisiko ausgesetzt.
Genau das macht diesen Gentest so wertvoll für Frauen, die Hormonpräparate verwenden wollen.
Wenn Sie von Ihrem genetischen Gesundheitsrisiko wissen, können Sie auf alternative Behandlungsmethoden umsteigen und lebensbedrohliche Komplikationen wie Schlaganfall, Lungenembolie oder Herzinfarkt in vielen Fällen vermeiden.